First we take Manhattan, then we take Cologne…
… die konspirativen Nacht- und Nebelbepflanzer der Gardening Guerilla, die zuerst in New York und London und nun in Kölns Altstadt für mehr Grünflächen sorg(t)en!
Angefangen hat das Guerilla Gardening (die Guerillagärtnerei) als politischer Protest mit der heimlichen Aussaat von Pflanzen im öffentlichen Raum, vor allem in Großstädten, und breitete sich von New York über London bis nach Deutschland aus. Mit der Zeit hat sich daraus eine urbane Gärtnerei und Landwirtschaft entwickelt, die den Protest mit dem Nutzen der Ernte und einer Verschönerung von tristen Innenstädten und brachliegenden Flächen verbindet. In der Hippie-Zeit der 60er und 70er-Jahre bauten die Menschen zwischen Hochhäusern und Industriegebieten ihr eigenes Gemüse, wie Möhren, Kohlköpfe, Kartoffeln oder Tomaten, an.
Wir verwenden dazu an belebten Plätzen meist Samenbomben, d.h. ein Gemisch aus Ton, Erde und Samen, das als Kugeln geformt und getrocknet ist und demnach schnell und unauffällig vom fahrenden Rad oder beim Spazierengehen fallen gelassen werden kann. Wir wollen die Welt ökonomisch wertvoller und die Städte, vor allem unsere Heimatstadt Köln, lebenswerter machen. Wir züchten Gemüse auf Brachland, bauen Reis zwischen Wolkenkratzern an oder züchten Sprossen auf Wohnhausdächern. Wir bepflanzen öffentliche Plätze, Verkehrsinseln, Betonkübel, Bauminseln und vergessene Hinterhöfe. Genau darin sehen wir eine zukunftsweisende Kunst mit ökologischem Bezug.
Da es für unsere Aktionen keine offizielle Erlaubnis gibt, rücken wir – bewaffnet mit Gießkannen, Schaufeln und Samen – meist erst nach Sonnenuntergang an. Ein paar von uns haben selbst Gartenmöbel dabei um nach getaner Arbeit zu relaxen. Im Gartenmöbel sitzend wird dann das Werk begutachtet. Wir verstehen uns als Verschönerer der Großstädte, als Naturverbundene, die aus den Städten Orte des Wohlbefindens im Grünen machen. Die Natur vermittelt Authentizität und Ursprünglichkeit, wie man sie in der heutigen Konsumwelt immer weniger findet und schätzt. Viele Städter sehnen sich nach mehr Grün, weshalb sie dann einen Schrebergarten haben, Parks besuchen oder sich an Seen außerhalb von Köln oder anderer Großstädte zurückziehen. Indem wir die Stadt nach und nach begrünen, machen wir das Leben auch innerorts wieder bunter und lebendiger, denn ein paar kleine Grünflächen reichen schließlich nicht aus. Wir ackern auf eigene Kosten und opfern unsere Freizeit für ein grüneres Köln!
Gestalten auch Sie Ihr Leben natürlicher, so wie wir es tun: Die Aktionisten des Guerilla Gardenings informieren Sie in diesem Blog über die vielen Möglichkeiten für ein grüneres Umfeld in den Städten.